Der ganz normale Wahnsinn

Hamm in NRW erlangte vor Kurzem unglückliche Berühmtheit. Bei Ausbau der Ost-West-Autobahn A2 baute die Straßenbauverwaltung eine Brücke. Soweit so gut. Ein ganz alltäglicher Vorgang. In einem Land, in welchem Konzerthäuser Millionen verschlingen und Flughäfen niemals fertig werden sollte man jedoch hinter jeder Baumaßnahme einen weiteren Schildbürgerstreich vermuten.

Schildbuerger_RathausUnd so ist es auch hier. Die Brücke wurde nämlich an der falschen Stelle erbaut. Zwar kann man Argumentieren, dass die Abweichung mit 45 cm gering war. Jedoch ist eine Abweichung eine Abweichung und daher musste ein 600m langer Straßenabschnitt an den neuen Brückenstandort angepasst werden. Kostenpunkt 600.000 €. Peanuts im Vergleich zur Elbphilharmonie und dem BER. Aber auch Peanuts können in der Summe einen gewaltigen Betrag bilden.

Und so fragt man sich doch. Geht in Deutschland noch alles mit rechten Dingen zu? Können wir nicht einmal mehr Straßen bauen? Hochbezahlte Ingenieure und Architekten versagen in diesem Land am laufenden Band. Allerdings geschieht all dies ohne Konsequenz, während eine Kassiererin, welche sich an Pfandbons bereichert mit Kündigung und Strafverfahren rechnen muss. Sitzt man nur hoch genug in der Hackordnung ist die Strafe eine Abfindung und eine kurze Frist bevor man irgendwo anders den nächsten hochbezahlten Auftrag annimmt. Das ist Deutschland. Der ganz normale Wahnsinn.

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