Steuersünden und die Buße

Steuerhinterziehung gehört zu den ganz gewöhnlichen Vergehen. Manchmal reicht das Ausmaß aber so weit, dass man es schon als Verbrechen bezeichnen muss. Abgesehen davon, dass die meisten Menschen der Steuerhinterziehung gar nicht so negativ gegenüber stehen.

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Das finde ich immer sehr schwer zu verstehen. Ehrlich gesagt finde ich diese Einstellung ziemlich skandalös. Denn leben wir nicht in einem Staat, der darauf aufbaut, dass Wohlstand verteilt wird, um allen Zugang zu medizinischer Versorgung und anderen Sozialleistungen zu bieten? Es scheint, dass in der öffentlichen Meinung nur Steuersünder kritisiert werden, die erwischt werden. Aus mangelnder Kenntnis der Bestimmungen oder aus übermäßiger Gier.

In den letzten Jahren soll die Schweizer Großbank UBS zahlreichen Steuersündern die Hinterziehung erleichtert haben. Sie wurde nun kräftig zur Kasse gebeten. Dem Land Nordrhein-Westfalen zahlte die UBS 300 Millionen.

Der Focus liefert Deutschen kleinkriminellen Steuersündern die wichtigen Eckdaten, um nicht in die Falle zu tappen, die ja bekanntlich bei mehreren Prominenten Großverdienern und Hinterziehern kürzlich zugeschnappt ist. Man denke nur an Hoeneß. Hoffentlich schreckt die Information, dass Steuervergehen erst nach fünf bzw. zehn Jahren verjähren einige potentielle Interessenten.

Ich bin nicht dogmatisch. Ich rege mich nicht auf, wenn ich höre, dass jemand einmal im Jahr eine Taxifahrt, die vielleicht nur halb geschäftlich war, von den Steuern absetzt. Auf den Maßstab kommt es an und auf die Schädigung der Gesamtbevölkerung, die aus der Gier einzelner resultiert. Allerdings fände ich es begrüßenswert, wenn sich die öffentliche Meinung schärfer gegen Raffgier ausspräche und nicht die juristische sondern die soziale Ahndung Menschen von der Hinterziehung abhielte.